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hl. Peter-Julian übersetzt von: P.
Walter Marzari sss |
Es ist mir ein Vergnügen, dir Peter-Julian
Eymard vorzustellen, welcher am 13. Mai 1856 die Kongregation vom Heiligsten
Sakrament (deutsch "Eucharistiner")
gegründet hat. Während seines Lebens war Peter-Julian fasziniert von der
Gegenwart Jesu in der Hl. Eucharistie. Wie wir alle lebte auch Peter-Julian im
damaligen kulturellen und sozialpolitischen Zeitgeist.
Das Leben in Frankreich während der ersten Hälfte
des letzten Jahrhunderts, aus dem die schrittweise Entwicklung in der
Lebensgeschichte Peter-Julians zu verstehen ist, hatte ein anderes Gesicht als
heute.
Wir möchten zuerst einige geschichtliche
Ereignisse streifen und aufzeigen, wie Peter-Julians Leben und Gedanken von
diesen Zeiterscheinungen geprägt worden sind. Dieser stichwortartige Aufriß
soll uns dann zur zweiten Phase in unserer Begegnung mit Peter-Julian führen.
Um Peter-Julian leichter zu verstehen, müssen
wir für sein einmaliges Eucharistieverständnis ein offenes Herz haben. Seine
Auffassung vom Hlst. Altarssakrament überschreitet alle vorangegangenen Epochen
der Geschichte und zeigt klare Richtlinien auf, nach denen die Eucharistiner,
Priester und Brüder, ihr Leben gestalten.
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Der hl. Peter-Julian
Jugendjahre (1881-1839)
Peter-Julian Eymard wurde im Jahr 1811 in Südfrankreich
geboren. Etliche Jahre früher hatte die französische Revolution von 1789 die
politischen, juridischen, sozialen und religiösen Strukturen des Landes radikal
verändert. Im folgenden Jahr fiel Napoleon Bonaparte in Rußland ein. Als
Peter-Julian ein Jüngling war, wandelte die industrielle Revolution das Gesicht
Europas. Als junger Mann erlebte er den Niedergang des Romantizismus in Kunst,
Musik und Literatur. Diese Umwälzungen prägten wesentlich die soziokulturelle
Wirklichkeit, während welcher der junge Peter-Julian den Ruf vernahm, Priester
zu werden. Die Zeit Peter-Julians war von einem tiefen Umbruch der Gesellschaft
gekennzeichnet. Sein Leben und seine Sendung wurden zur Quelle eines bedeutsamen
Wandels in der Kirche.
Peter-Julians Weg zum Priestertum und auch
sein Priesterleben selbst waren von mancherlei Kreuz begleitet. In Frankreichs
Gesellschaft herrschte ein ausgeprägter Antiklerikalismus; zudem lebte die
Familie Eymard in ärmlichen Verhältnissen; Peter-Julians Vater zögerte, der
Berufswahl seines Sohnes, der übrigens der einzige war, zuzustimmen.
Julians erster Versuch, Priester zu werden,
scheiterte an einer ernsthaften Erkrankung. Er versuchte es wieder. Am 20. Juli
1834 wurde der 23 Jahre alte Peter-Julian Eymard zum Diözesanpriester von
Grenoble geweiht.
Heute, nach dem II. Vat. Konzil, ist es für
uns schwer, den religiösen und kirchlichen Geist zur Zeit Peter-Julians zu
verstehen. Es gab damals in Frankreich eine religiöse Bewegung mit der
Bezeichnung "Jansenismus". Diese Geistesrichtung ging aus vom Gedanken
menschlicher Sündhaftigkeit und Unwürdigkeit vor der Gegenwart einer
transzendenten und vollkommenen Gottheit. Diese Lehre blühte in katholischen
Kreisen und führte zu einer Spiritualität der Sühneleistung, die Männern und
Frauen leibliche und geistige Bußwerke auferlegte; diese Bußwerke wurden als
notwendiger und wesentlicher Ausdruck christlichen Lebens angesehen.
In seinen frühen Jahren als Seminarist und später
als Priester stand Hochw. Eymard unter dem Einfluß dieser Sühnementalität; er
sollte sein ganzes Leben lang ringen mit dem Versuch nach innerer
Vollkommenheit, die es ihm nicht ermöglichte, sich Gott in einer totalen
Selbsthingabe anzubieten.
Vielleicht war die Zunahme dieses geistlichen
Kampfes zusammen mit dem Verlangen Eymards, für Gott große Taten zu
vollbringen, der Beweggrund, sich für das Ordensleben zu entschließen.
Am 20. August 1839 wurde Pfarrer Eymard
Mitglied der Kongregation der Maristen und legte die Gelübde der Armut, der
Keuschheit und des Gehorsams ab.
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Der hl. Peter-Julian als Marist
1839-1856
Während seines ganzen Lebens pflegte
Peter-Julian eine innige Verehrung zur Gottesmutter Maria. Er wußte Bescheid über
die Erscheinung Unserer Lb. Frau von La Salette und pilgerte gern zu
verschiedenen marianischen Wallfahrtsorten in seiner Umgebung.
Es war die Seelsorgsarbeit in der Gesellschaft
der Maristen, die ihn in Kontakt mit den verschiedenen Strömungen religiöser
Frömmigkeit brachte, welche sich damals in der Kirche Frankreichs ausbreiteten.
Trotz seiner schwachen körperlichen
Gesundheit war Peter-Julian ein ungewöhnlich reger und arbeits-eifriger
Ordensmann. Viele seiner früheren Biographen stellten P. Eymard vorwiegend als
kontemplativen Menschen dar, um seine Heiligkeit in ein volleres Licht zu
setzen. Tatsächlich entspricht aber dem Großteil seines Lebens das gerade
Gegenteil der Wahrheit. Freilich besaß er ein ständiges Verlangen, in das
beschauliche Leben einzudringen; aber die viele Arbeit seiner Korrespondenz,
Predigten, geistlichen Seelenführung, seiner Reisen und seiner verantwortlichen
Verpflichtungen als Provinzial der Maristen boten ihm weder die Atmosphäre noch
die Zeit, diesem Wunsche nachzukommen. Diese Spannung in P. Eymard zwischen
Seelsorgsarbeit und beschaulichem Gebet bildete einen weiteren Kampf, der den
Rest seines Lebens kennzeichnet. Vielleicht lag der Grund daran, daß er nie von
seinem langjährigen Wunsch loskommen konnte, daß es ihm doch gelingen sollte,
das auszusprechen, was viele als seine tiefste Einsicht betrachten, nämlich die
vorbehaltlose Selbsthingabe an Christus.
Was machte P. Eymard als Marist?
Er war ein hervorragender Organisator von
Laiengruppen, galt als eifriger Erzieher und gut vorbereiteter Prediger; er war
eine Art Prophet für seine Mitbrüder und auch seine Ordensobern. P. Eymard
hatte als Prediger eucharistischer Veranstaltungen wie des 40stündigen Gebetes
ganz große Erfolge. Sicherlich waren seine Erfahrungen auf diesem Gebiet und
die tägliche Feier der hl. Messe Schlüsselelemente für sein immer tieferes
Eindringen in die Wahrheit der grenzenlosen Liebe Gottes im Heiligsten
Sakrament.
Wir wissen, daß P. Eymard eine Neigung besaß,
Satzungen für Laienorganisationen zu verfassen. Er kam - nach einer starken
religiösen Erfahrung, die er im Marienheiligtum von Fourvière erlebt
hatte - zur Überzeugung, daß sich Priester wie Laien vielfach dem Reichtum der
Liebe Gottes, die ihnen durch die eucharistische Gegenwart Jesu zugänglich war,
gleichgültig zeigten.
In der Folge bat er seinen Generaloberen P.
Jean-Claude Colin, um die Erlaubnis, für den Dritten Orden der Maristen, dessen
Leiter P. Julian war, eine eucharistische Regel verfassen zu dürfen. P. Colin
sagte nein. Trotzdem war der Gedanken für eine solche Regel im Geist und Herzen
P. Eymards bereits geschrieben.
In diesem Zusammenhang ist eine
kritisch-historische Überlegung angebracht. Die Regel, welche P. Eymard
schreiben wollte, sollte seiner Gründung dienen, u. zw. so wie dies im 19.
Jahrhundert in der französischen Mentalität verstanden wurde. Was P. Eymard
anstrebte, war eine Elite von Männern und Frauen, die Jesus im Hlst. Sakrament
anbeten und ihm Sühne leisten sollten. - Nun können wir besser verstehen,
warum P. Colin nein gesagt hat. P. Eymards Regel hätte die Richtung und das
Ziel des Dritten Ordens in wesentlichen Punkten abgeändert. Vielleicht formte
dieser ernsthafte Konflikt mit P. Colin, den P. Eymard bewunderte, zusammen mit
der religiösen Indifferenz des Klerus und der Laien zur Gegenwart Christi in
der Eucharistie, den geistlichen Weg, den P. Eymard bewog, das zu verwirklichen,
wozu ihn Gott berufen hatte, nämlich eine neue religiöse Kongregation ins
Leben der Kirche zu rufen.
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Der Hl. Peter-Julian
Die S.S.S.-Jahre
1856-1868
Die Gründung der Kongregation vom Hlst.
Sakrament war für P. Eymard keine leichte Angelegenheit. Dem Geiste Gottes
folgend, geriet der Stifter in Konflikt mit seinen Vorgesetzten, brachte ihn in
persönliche Schwierigkeiten und finanzielle Probleme und zehrte an seinen
Energien bis zur körperlichen Erschöpfung. Die erste Hürde zur Gründung der
Kongregation bestand darin, daß sie vom Ortsbischof genehmigt werden mußte.
Als er diese endlich am 13. Mai 1856 mit der entscheidenden Zustimmung durch den
Erzbischof von Paris erhielt, eröffnete P. Eymard in der Rue d'Enfer in Paris
seine erste Gemeinschaft.
Kaum hatte er wenige Männer als Mitglieder
gewonnen, mußte er dieses Haus wieder schließen und sich anderswo umsehen.
Dies geschah nicht nur einmal, sondern zweimal im Lauf von nur wenigen Jahren.
Diese frühen Gemeinschaften Eymards lebten so arm, daß bei mehreren
Gelegenheiten ein Nachbarkloster von Schwestern die Patres verköstigte. Daß P.
Eymard nicht imstande war, seinen Gemeinschaften das Allernötigste an Nahrung
und Obdach zu verschaffen, war eine der Ursachen, warum er anfänglich wenige
Berufe gewinnen konnte.
P. Eymard gründete die Kongregation vom Hlst.
Sakrament nicht isoliert. Er besaß im Lande viele treue Freundschaften unter Männern
und Frauen. Es wäre unmöglich, alle Leute aufzulisten, die P. Eymard bei der
Gründung seiner ersten S.S.S.- Gemeinschaften unterstützt haben. So sollen nur
drei erwähnt werden: der Graf Raimund de Cuers, Schwester Maria Theresia
Dubouché und die Schwester Margarete Guillot.
P. Raimund de Cuers war Peter-Julians erster
Gefährte bei der Gründung der Kongregation. Als Aristokrat und ehemaliger
Fregattenkapitän hatte de Cuers viele große Ideen, wie die neue Kongregation
gebildet werden sollte. Nach P. Eymards Tod wurde P. de Cuers Generaloberer.
Es scheint historisch sicher zu sein, daß P.
de Cuers den Eifer P. Eymards für die Betrachtung und Anbetung des Hlst.
Sakramentes zum Nachteil der apostolischen Werke stark betonte. Auf diesem Weg führte
P. de Cuers das innere Leben und die Sendung der Kongregation von der ursprünglichen
Auffassung P. Eymards in eine etwas andere Richtung. Trotzdem stand er
geschlossen hinter P. Eymard und trug die Last vieler praktischer
Verantwortungen, während P. Eymard auf Predigten oder Neugründungen und
Exerzitien abwesend war.
Schwester Maria-Theresia Dubouché war die Gründerin
der Sühne-Anbetungsschwestern. P. Eymard hatte für diese Stiftung von Mutter
Dubouché großes Interesse; es war ja ein Werk, das das Gebet vor dem Hlst.
Sakrament betonte. Einmal versuchte P. Eymard, eine Filiale der Sühne-Anbetungsschwestern
in Lyon, Frankreich, zu errichten. Es besteht wenig Zweifel, daß der
Briefverkehr und die Gespräche, welche zwischen Maria-Theresia und Peter-Julian
geführt wurden, einen nicht geringen Enfluß gehabt haben auf den Stil, mit dem
P. Eymard die Regel seiner eigenen Kongregation geschrieben hat.
Mutter Margarete Guillot war die Frau, welche
Gott P. Eymard zuführte, um den weiblichen Zweig der S.S.S.- Kongregation zu gründen.
Peter-Julian begegnete Margarete zum erstenmal im Jahr 1845, als er Provinzial
der Maristen war. Von dieser ersten Begegnung bis zu seinem Tod, 23 Jahre später,
half Margarete P. Eymard sehr großmütig bei der Errichtung seiner
eucharistischen Gemeinschaften. Von Anfang an teilte Margarete die begeisterte
Liebe P. Eymards zu Jesus im Hlst. Sakramente. Beide teilten einander ihre
geistlichen Erfahrungen und Gedanken mit; (wir besitzen über 400 Briefe von
ihnen).
Am 9. Dezember 1962, am Ende der 1. Session
des II. Vatik. Konzils, sprach Papst Johannes XXIII. P. Peter-Julian heilig.
Margarete Guillot würde darüber nicht verwundert gewesen sein; seit ihrer
ersten Begegnung mit P. Eymard war sie von dessen Heiligkeit überzeugt.
Peter-Julian starb am 1. August 1868 im Alter
von 57 Jahren. Am Ende seines Lebens erhielt P. Eymard die endgültige
Approbation vom Hl. Stuhl für seine Kongregation vom Hlst. Sakrament und für
die Dienerinnen vom Hlst. Sakrament. Seine eigene eucharistische Spiritualität
reifte und erreichte einen hohen Grad. Schon seit 1845 begann er sich von der Sühne-Spiritualität
abzuwenden, um mehr und mehr der christusbezogenen Liebe in der Eucharistie sein
Hauptaugenmerk zu schenken.
Drei Jahre vor seinem Tod machte P. Eymard in
Rom lange Exerzitien (d.h. geistliche Übungen). Während dieser Exerzitien
wurde er mächtig getroffen von der Kraft der Liebe Jesu zu ihm - eine Liebe,
von der er spürte, daß sie seine ganze Person erfaßte. Getroffen von der
Liebe Gottes, die sich in der Selbsthingabe Jesu in der Eucharistie zeigt,
wollte nun P. Eymard alles Menschenmögliche dafür einsetzen, seine Gefährten
und Zeitgenossen für diese Liebe zu entflammen. Schon vor der kirchlichen
Erneuerung durch die vatikanischen Konzilien I und II sah P. Eymard das Leben
der Priester und Ordensschwestern sowie der Männer und Frauen in der Welt als
vollen Einsatz für die geistigen Werte, die beim eucharistischen Opfer und im
Gebet vor dem ausgesetzten Hlst. Sakrament gefeiert und betrachtet werden.
Welche Freude wird Peter-Julian im Himmel empfunden haben, als während des II.
Vat. Konzils erklärt wurde, daß die Eucharistie in der heutigen Zeit "Quelle
und Höhepunkt des Lebens in der Kirche" ist. (Konstit. über die
Liturgie, II. Vat. Konzil).
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Eucharistinerpatres und -brüder
in
der heutigen Zeit
P. Eymard war an seinem Lebensende überzeugt,
daß sein Charisma und seine besondere Begeisterung für das Geheimnis der Hl.
Eucharistie auf viele Männer und Frauen eine mächtige Anziehungskraft ausüben
werden. P. Eymard konnte sich aber nicht vorstellen, daß seine Kongregation in
weniger als 100 Jahren in jedem Erdteil der Welt Niederlassungen haben werde.
Ausgehend von Frankreich, verbreitete sich die Kongregation zuerst in anderen Ländern
Europas: Belgien, Italien, Österreich, Deutschland, Schweiz, Holland, Spanien
und Tschechoslowakei. An der Jahrhundertwende war die Kongregation bestrebt,
Heiligtümer zur Ewigen Anbetung des Hlst. Sakramentes in Großstandzentren zu
eröffnen. Mit dem Zunehmen der Volkstümlichkeit der Internationalen
Eucharistischen Kongresse und der eifrigen Verbreitung der eucharistischen Frömmigkeit
durch viele Bischöfe und Kardinäle erhielten die Eucharistiner Einladungen,
auch in nord- und südamerikanischen Städten Häuser zu eröffnen. Einer
solchen Einladung antworteten unsere Religiosen in Frankreich und errichteten
eine S.S.S.- Gemeinschaft in Montreal, Kanada. Von dort aus war der Sprung in
die Vereinigten Staaten nicht weit. Eine Gründung folgte der anderen, bis die
Eucharistiner in Amerika im Jahr 1931 eine eigen-ständige Provinz wurden.
Kaum hatten französischsprechende Religiosen
das Charisma Eymards in die Vereinigten Staaten gebracht, trugen amerikanische
Eucharistiner die Hoffnung der Kongregation nach Australien und auf die
Philippinen. Die Australier ihrerseits drangen nach Asien vor und eröffneten in
Indien und Sri-Lanka Gemeinschaften. Alle Eucharistiner auf der ganzen Welt
hoffen auf das wunderbare Überleben der Patres und Brüder der Eucharistiner in
Vietnam.
Es ist wichtig, daran zu erinnern, daß die
eucharistische Sendung P. Eymards sich nicht auf Männer beschränkt. Es ist
nicht überraschend, daß in vielen Ländern die Ankunft der Eucharistinerpatres
und -brüder zur Gründung von Gemeinschaften der Dienerinnen vom Hlst.
Sakrament geführt hat. Seit dem Beginn der Kongregation spielten Frauen bei der
Entwicklung und Pflege unserer eucharistischen Spiritualität eine zentrale
Rolle.
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Wer
sind die Patres und Brüder vom Hlst. Sakrament?
-
Was tun die Eucharistiner?
Die Eucharistinerpatres und -brüder bilden
eine welt-weite Gemeinschaft. Sie zählt heute eine Mitglieder-zahl von ca. 1000
in 34 Ländern.
"Es
ist unser Ideal, das Geheimnis der Eucharistie in seiner Fülle zu leben (Lebensregel,
Nr.1). Wir glauben, daß die Eucharistie
die Kraft besitzt, uns und unsere Gesellschaft radikal zu verwandeln in Personen
und Gemeinschaften, wo das Reich Gottes offenkundiggemacht und gelebt wird.
Unsere Spiritualität konzentriert sich auf die Feier der Eucharistie und im
Leben des Ostergeheimnisses: Leben, Leiden, Tod, Auferstehung, Himmelfahrt und
Sendung des Hl. Geistes.
Wir
versuchen, unsere Persönlichkeit und gemeinschaftliche Identität in unserer
Erfahrung in der Feier und Betrachtung der Eucharistie zu entdecken. Kurz:
"Wir versuchen, jede menschliche Wirklichkeit im Licht der Eucharistie zu
verstehen". (Lebensregel, Nr.34).
Wir setzen die Eucharistiefeier und das Gebet
vor dem ausgesetzten Hlst. Sakrament in die Mitte unseres persönlichen und
gemeinschaftlichen Lebens. Der hl. Johannes sagt uns: "Niemand
hat Gott je geschaut... aber wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns (1
Jo 4,12). Wir, die wir unser Leben auf das Sakrament der Einheit bauen, geben
dem gegenseitigen Erfahrungsaustausch im Alltagsleben unserer Gemeinschaften
einen hohen Stellenwert. Alle unsere Religiosen, ob jung oder alt, Kleriker oder
Nicht-kleriker, sind volle und gleichwertige Mitglieder unserer Kongregation.
Alle S.S.S.-
Mitglieder, Priester wie Brüder haben eine gemeinsame Sendung, nämlich:
Die
E u c h a r i s t i e als - Verkündigung
- Befreiung
- Vereinigung
Die Eucharistie als Verkündigung
Wie unser Gründer Peter-Julian sind viele
unserer Religiosen als Prediger, Lehrer und Seelenführer tätig. Ob nun unser
Fachwissen in der Hl. Schrift, in der Geschichte oder in der Psychologie liegt,
so verinnerlichen wir alle die Frohbotschaft, die wir bei der Eucharistiefeier hören,
und verkünden sie in unseren Schriften, Lehren und Therapien.
Ebensowichtig erscheint uns, das Geheimnis der
Liebe Gottes im Zeugnis unserer Selbsthingabe an die anderen weiterzugeben.
Wir glauben, daß das verkündete Wort während
der Eucharistiefeier eine einmalige Form der Gegenwart Christi in der
christlichen Feiergemeinde darstellt. Wir sind ebenso der Überzeugung, daß die
Gegenwart Christi in Brot und Wein der Eucharistie das beste Symbol der Liebe
Jesu zu uns ist. Denn wegen der innigen Beziehung zwischen Wort und Sakrament
erziehen und üben wir uns ganz entschlossen in allen liturgischen Diensten.
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Unsere Religiosen bemühen sich, die Not der
Armen, Unterdrückten und Leidenden zu lindern. Seit Jahr-zehnten haben die
Religiosen vom Hlst. Sakrament den eucharistischen Frieden und das Heil Christi
in Krankenhäuser und Pflegeheime gebracht. Mit dem zunehmenden Bedürfnis nach
der Theologie der Befreiung im Leben der Kirche suchen immer mehr Religiosen,
ihre eigene Dienstbereitschaft in den un-gerechten Sozialstrukturen der
Gesellschaft, welcher Männer und Frauen ihrer persönlichen Würde und
Menschenrechte berauben, zu entdecken. So wie unser Stifter, dem die
Lumpensammler und Gassenjungen nicht unbekannt waren, möchten wir unser Leben
den Außenseitern und an der Gesellschaft Zerbrochenen widmen.
Wir sind der Meinung, daß die Gegenwart
Christi in der Eucharistie uns herausfordert, Propheten für unsere Zeit zu
sein. Seine Gegenwart im verkündeten Wort gibt eine Antwort auf die religiöse
Unwissenheit, von der unsere Zeitgenossen gekennzeichnet sind.
Seine Gegenwart in Brot und Wein spornt uns
an, gegen die Übel des Hungers und des Materialismus anzukämpfen. Seine
Gegenwart unter den Gläubigen während der Eucharistiefeier verbietet es uns,
irgendjemand auszuschließen oder unsere Brüder und Schwestern in stereotyper
Weise zu behandeln.
Die Befreiung der Unsrigen in Christus
ermutigt uns, einander zu ertragen, wenn wir mit Ungerechtigkeiten konfrontiert
werden. Unsere Eucharistiefeiern rufen uns auf zum Kampf gegen die Übel des
Rassismus, Hädonismus und Sexualismus.
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In mehreren Ländern der Welt pflegt die
Kongregation der Eucharistiner in Kirchen, die in Stadtzentren gelegen sind, die
eucharistische Frömmigkeit. Diese Gotteshäuser bieten Gelegenheit zu
geistlichen Aussprachen, zu Ratschlägen in schwierigen Situationen und zum
Sakrament der Versöhnung mit Gott, mit sich selbst und untereinander.
In anderen Gebieten, wie z.B. in den
Vereinigten Staaten, arbeitet die Kongregation vorwiegend in Pfarreien und
Glaubensgemeinschaften in Wohnvierteln. Wiederum andere Religiosen sind für
spezielle Dienste eingesetzt, wie z.B. als Lehrer, Krankenhausseelsorger und
Betreuer von benachteiligten ethnischen Randgruppen; wieder andere arbeiten in
den liturgischen, ökumenischen und missionarischen Bereichen usw.
Welcher Art unsere Einsätze immer auch sein mögen,
so leisten wir diese im Licht und im Charisma unseres Stifters. Unsere
Lebensregel leitet uns an, das Anliegen unseres Gründers neu zu entdecken: die
vielfältigen Reichtümer der Eucharistie zur Erneuerung von Kirche und
Gesellschaft auszuschöpfen, und zwar im Geiste unserer Berufung. Viele Bischöfe
in den Vereinigten Staaten und auch in Europa und anderswo rufen uns in ihre Diözesen,
um diese Anliegen wahrzunehmen. Das ist unsere Berufung in der heutigen Zeit:
der Kirche durch ein eucharistisches Apostolat zu dienen.
Die Lebensregel beschreibt unsere Lebensweise
als prophetische Sendung, sozialen Einsatz und als Zeugnis für die Einheit
(Lebensregel 36-38). Sie betrachtet diesen Einsatz als Dienst für die Welt (1),
um dem Menschen bei der Ausrichtung seines Lebens nach den christlichen Grundsätzen
zu helfen; als Einsatz zur Gestaltung lebendiger Eucharistiefeiern (2), zur
Heranbildung lebendiger Pfarreien (3), zur Errichtung von Gebets- und
Exerzitienhäusern (4), zum Dienst an Priestern in ihren geistlichen Nöten, um
in ihnen ein eucharistiekonzentriertes Leben zu fördern (5), sowie als
Presseapostolat (6) - Lebensregel NNr.39-45.
Die Kongregation für Religiosen und Säkularinstitute
fügte bei der Genehmigung unserer erneuerten Lebensregel folgenden Wunsch
hinzu:
"Wir
drücken unseren Wunsch aus, daß diese Darstellung des reichen geistigen Erbes
und der Glaubensfülle in dieser Lebensregel die Religiosen der Eucharistiner
kraft der Eucharistie zu authentischen Zeugen zur Erneuerung für Kirche und
Gesellschaft machen möge".
Es war uns eine Freude, dich mit Peter-Julian
Eymard und seine Kongregation vertraut zu machen. Das Charisma unseres Stifters
lebt weiter in unseren Patres, Brüdern und Schwestern und bietet eine große
Hoffnung für die Kirche und die Welt. Wenn du spürst, daß dich Gott zu einem
Leben des Dienstes und Gebetes berufen hat, dann erinnere dich an uns!
Die Eucharistie ist unser Geschenk!
Die
Eucharistie ist unser Leben!
A. R. T. E.
Adveniat
Regnum
Tuum
Eucharisticum
Dein
eucharistisches Reich komme!
(Wahlspruch
der Eucharistiner)
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