II.
Jesus sühnt unsere
vielfältigen Sünden



Wir betrachten bei jeder Station über Unseren Herrn, der jeweils in einer bestimmten Weise für eine unserer häufigsten Sünden büßt.

1. Station:
Jesus büßt für unsere Sünden gegen die Liebe durch die Demütigungen und Verleumdungen, mit denen er vor dem Richterstuhl des Pilatus überhäuft wird.

2. Station: 
Jesus sühnt für unser Aufbegehren und unsere Ungeduld gegen die Kreuze, die er uns in seiner Barmherzigkeit schickt.

3. Station: 
Jesus leidet für die Sünden in unserer Kindheit.

4. Station: 
Maria leidet mit Jesus für unser Heil, indem sie sich anbietet, mit ihm zu sterben, um uns der Hölle zu entreißen.

5. Station: 
Simon von Zyrene weigert sich, mit Jesus das Kreuz zu tragen. Dadurch muß Jesus auch unsere Widerstände gegen die Gnade sühnen.

6. Station: 
Veronika überwindet die Gehässigkeiten und schlechten Behandlungen der Henker und trocknet das mit Speichel, Blut und Wunden bedeckte Antlitz Jesu. Damit sühnt Jesus unsere Menschenfurcht, unsere Eitekeit und unseren Stolz.

7. Station: 
Jesus fällt ein zweitesmal, um unsere Rückfälle in die Sünde zu sühnen und uns die Gnade zu erwirken, mit ihm wieder aufzustehen.

8. Station: 
Indem Jesus die trostlosen Frauen Jerusalems tröstet, büßt er für unsere Sünden der Unempfindlichkeit und Gleichgültigkeit vor dem beleidigten Gott.

9. Station: 
Jesus fällt ein drittesmal, um den Mißbrauch der Sakra-mente und die Nutzlosigkeit seines Leidens für das Heil einer großen Zahl von Seelen zu sühnen.

10. Station: 
Jesus erleidet während seiner grausamen Entkleidung alle Schmerzen, um die Unbußfertigkeit unserer Sinne zu sühnen.

11. Station: 
Jesus büßt als Gekreuzigter unsere falsche Freiheit, die Empfindsamkeit unserer Frömmigkeit und unserer Liebe.

12. Station: 
Jesus stirbt für alle Mißbräuche unseres Lebens und um uns dem ewigen Tod zu entreißen.

13. Station: 
Jesus wird vom Kreuz abgenommen. Wir nehmen Anteil am Schmerz Mariens und zeigen ihr die Wunden Jesu als Rechtsanspruch ihrer Mutterliebe.

14. Station: 
Jesus im Grab. Begraben wir uns mit ihm, um aus sei-nem einfachen und verborgenen Dasein zu leben!

I. N. R. I. 
(Jesus Nazarenus Rex Judaeorum;
Jesus von Nazaret, König der Juden!)

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III.
Um die Verlassenheit zu ehren,
die Jesus im Laufe seiner Passion
erlitten hat



1. Station: 
Jesus wird von allen seinen Freunden verlassen; nicht eine einzige Stimme erhebt sich zu seiner Verteidigung.

2. Station: 
Jesus ist sich selbst überlassen; weil ihm niemand hilft, muß er sein schweres Kreuz allein tragen.

3. Station: 
Jesus fällt vor Müdigkeit, und niemand ist da, der ihm freundlich aufhilft.

4. Station: 
Jesus wird durch die Trostlosigkeit und Traurigkeit seiner Mutter mehr betrübt als getröstet.

5. Station: 
Jesus muß erleben, daß der Zyrenäer sich weigert, freiwillig mit ihm das Kreuz zu tragen.

6. Station: 
Jesus ist mit Schmach überhäuft, bedeckt mit Blut, Speichel und Schlamm. Und niemand zeigt Barmherzigkeit mit ihm, außer eine Frau, die sich heranwagt, um sein Gesicht abzutrocknen.

7. Station: 
Jesus fällt ein zweitesmal; die Grausamkeit seiner Henker zwingt ihn, seine Last neuerlich auf seine gemarterten Schultern zu legen.

8. Station: 
Jesus tröstet die Frauen von Jerusalem; aber bald wird ihn sogar sein Vater seiner Trostlosigkeit überlassen.

9. Station: 
Jesus fällt ein drittesmal; und dieser neue Fall bringt ihm doppelte Verhöhnung und Mißhandlung ein.

10. Station: 
Jesus wird erbarmungslos entkleidet; Fetzen seiner Haut bleiben an seinem Leibrock kleben; das Blut fließt aus seinen Wunden: und niemand ist da, der seine Wunden verbindet. 

11. Station: 
Jesus wird gekreuzigt. Seine Henker haben über seine Schwäche triumphiert und seine Feinde spotten über seine Ohnmacht.

12. Station: 
Jesus stirbt in tiefster Verlassenheit.

13. Station: 
Jesus wird von liebevollen Händen in einer ausgeborgten Grabeshöhle beigesetzt.

14. Station: 
Jesus im Grab wird von Legionären bewacht, die von seinen Feinden bezahlt werden.

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IV.
Der Kreuzweg und 
die Eucharistie

1. Station:  1. Jesus wird von den Juden zum Tod verurteilt 
2. von den Sündern, die seine Gegenwart in der Eucharistie leugnen, indem sie seine Liebe verachten; sie kreuzigen ihn durch das Sakrileg
3. ich muß zu Jesus stehen.

 

2. Station:  1. Jesus trägt sein Kreuz mit Sanftmut und Liebe
2. in der Eucharistie trägt er mein Kreuz; durch seine Liebe erwirkt mir das Kreuz große Gnaden
3. ich muß meine Kreuze lieben.

  

3. Station:  1. Jesus ist durch Hunger und Schmerzen entkräftet und fällt 
2. in der Eucharistie fällt er in den kleinsten Partikeln, in denen er gegenwärtig ist, zu Boden und wird ohne Bedenken zertreten
3. ihm für seine Liebe bei meiner Erstkommunion danken.

 

4. Station:  1. Maria begleitet Jesus auf dem Weg zum Kalvarienberg; die Liebe will mit der und für die geliebte Person leiden
2.  in der Eucharistie wird Jesus durch die Undankbarkeit, die Ehrfurchtslosigkeit und die Sakrilegien seiner Kinder beleidigt
3. ich muß Jesus in seiner Demütigung, Verhöhnung und Ent-weihung nachfolgen, um ihn zu entschädigen, wie es Maria durch ihre Liebe getan hat. 

 

5. Station:  1. Der Mann von Zyrene weigert sich, Jesus das Kreuz tragen zu helfen; er muß dazu gezwungen werden
2. in der Eucharistie verweigern die undankbaren und untreuen Seelen die Gnade Jesu Christi, das höchste Geschenk seiner Liebe
3. ich will ihm nichts mehr verweigern. 

 

6. Station:  1. Jesus ist entstellt, sein anbetungswürdiges Antlitz hat kein menschliches Aussehen mehr. Veronika trocknet es ab, und Jesus drückt darin zum Dank seine schönen und liebenswürdigen Gesichtszüge ab
2. durch den eucharistischen Schleier hindurch erkenne und bete Jesus Christus an, der nunmehr verherrlicht ist
3. reinige deine Seele, wasche sie im Blute Jesu Christi! Nachdem sie von allem Unrat gereinigt ist, wird sie zur Ehre und Liebe Jesu Christi das anbetungswürdige Antlitz des Heilandes in ihr auf-leuchten lassen.

 

7. Station:  1. Jesus fällt ein zweitesmal, trotz der Hilfe von Simon 
2. danke Jesus Christus, daß er sich herabläßt, so oft durch die Kommunion in deiner Seele einzukehren
3. Wie ist doch die Hilfe eines Menschen ohne die Hilfe Jesu Christi nutzlos!

 

8. Station:  1. Die Güte Jesu tröstet die heiligen Frauen, welche ihn in seinem Los beweinen. Er vergißt sich selbst
2. O Jesus, sei in Deiner göttlichen Eucharistie mein einziger Trost und mein einziger Vertrauter!
3. sein inneres Wort und sein gütiger Blick sollen uns genügen. 

 

9. Station:  1. Jesus fällt ein drittesmal, bevor er gekreuzigt wird. Er hätte trotzdem nicht gezögert, mit seinem Kreuz beladen rund um die Welt zu wandern, wenn es für unser Heil nöig gewesen wäre
2. Jesus wird durch die heilige Wegzehrung ein letztesmal zu mir kommen, um mich vorzubereiten, diese Welt endgültig zu verlassen
3. erbitte diese höchste Gnade, welche alle anderen ergänzt.

 

10. Station:  1. Wie mußte Jesus durch dieses grausame und erbarmungslose Ausziehen seiner Kleider, die an seinen Wunden klebten, gelitten haben! Wie muß auch seine Bescheidenheit ver-letzt worden sein
2. in der Eucharistie will sich Jesus in den äußer-lichen Zustand eines Armen versetzen, der alles von der Nächsten-liebe erhalten muß; er will uns dadurch auch an seine freiwillige geistliche Armut erinnern, als er auf Erden an nichts festgehalten hat
3. dies soll uns belehren, daß wir uns mit dem Leben und den Tugenden Jesu Christi, als unserem Gut bekleiden sollen.

 

11. Station:  1. Jesus wird an allen seinen Gliedern und Sinnen grausam gekreuzigt
2. die Eucharistie hat zum Ziel, unsere gefal-lene Natur zu kreuzigen; sie gibt uns die Gnade, daß wir immerfort den alten Menschen hinopfern sollen, um uns mit dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus zu vereinigen
3. die Abtötung der Sinne üben.

 

12. Station:  1. Jesus stirbt am Kreuz. Seine letzten Gnaden waren jene der Vergebung seiner Feinde und des guten Schächers; sein letztes Liebesgeschenk: seine heiligste Mutter; sein letzter Wunsch: der Durst zu leiden, um unsere Seelen zu erlösen; seine letzte Handlung: Abgabe seiner Seele und seines Lebens in die Hände seines Vaters
2. in der Eucharistie setzt Jesus Christus seine Liebe fort, die er durch seinen Tod bezeugt hat; er führt die Gnade meiner Erlösung, den Preis für mein Heil, weiter
3. als Gegen-leistung will er, daß ich geistig mit ihm und für ihn sterbe.

     

  

13. Station:  1. Der geopferte Leib Jesu wird in die Arme und ans Herz seiner heiligsten Mutter Maria gelegt; und Maria opfert Jesus dem himmlischen Vater für das Heil der Welt
2. wir können ebenso Jesus, das Opferlamm auf dem Altar aufopfern für uns selbst, für die Unseren und für alle Seelen
3. bitte Maria, sie möge diese Opferhandlung mit uns und für uns vornehmen.

 

14. Station:  1. Jesus wird ins Grab gelegt und er ist dort der Gefangene seiner Feinde
2. in der Hl. Eucharistie bleibt er freiwillig unser lebendiger Gefangener der Liebe
3. komme, ihn anzubeten und mit deinen Tugenden einzubalsamieren!

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